Ja, neben den ganz vielen Freizeitaktivitäten gibts ja auch noch das Studium. Nach fast 2 Monaten schildere ich euch so einige meiner Erlebnisse an der Uni hier:
- Alle sind hier super nett und hilfsbereit. Als ich mich einmal an einer Karte des Campus orientieren wollte, kam sofort eine Mitarbeiterin und fragte, ob ich Hilfe bräuchte. Normalerweise muss jeder neuer Student sich online einschreiben (Enrollment). In meinem Fall hat hat das aber einer der Mitarbeiterin meiner Fakultät übernommen, sodass ich nur sagen musste, welche Fächer ich gerne nehmen würde.
- Was ich vergessen habe zu erzählen in meinem ersten Eintrag über die Uni: Das Briefing für die internationalen Studenten wurde damit begonnen, dass Respekt an die Ureinwohner Australiens gezollt wurde, denen das Land eigentlich gehört.
- Aufgrund der Visa-Bestimmungen muss ich mindestens 50 Points erwerben, was 4 Subjects entspricht. Als Exchange-Student hatte ich freie Wahl bei den Subjects, die vom Department of Information Systems angeboten wurden.
- In Australien ist es üblich, die Dozenten beim Vornamen zu nennen. Statt „Hi, Prof. Seddon“ sage ich dann einfach „Hi, Peter“. Generell wird hier in Australien eher geduzt als gesiezt (z.B. steht auf meinen Kassenbon vom Supermarkt „Filialleiter: Mark“).
- In Sachen Equipment ist die Uni aber echt gut aufgestellt. Im ICT-Building, wo ich viele meiner Vorlesungen haben, gibt es separate Arbeitsräume für Bachelor-Studenten, für Master-Studenten, für Honours, für Researcher und so weiter. Es gibt Arbeitsräume mit einem Projektor und fast alle der Computer dort sind Macs(!). Bestimmte Arbeitsräume kann man auch online buchen! (sehr cool). Generell werden bei einer Vorlesung die Präsentationsfolien nicht auf einer Fläche sondern auf 2 Flächen geworfen. Und: Normalerweise wird jede Vorlesung aufgenommen, die Uni verwendet ein einheitliches System, das „Lectopia“ heißt.
- Es gibt genug Arbeitsräume auf dem Campus, was vor allem für Gruppen-Assignments wichtig ist. Auf dem Campus verteilt gibt es dafür mehrere der sogenannten Student Centres mit Computerplätzen, Drucker, Fotokopier etc. Was hier aber wirklich nervt sind die hohen Druckkosten im Vergleich zu Münster (umgerechnet ca. 7 Cents pro B/W Seite).
- Es gibt hier keine Mensa. Im Union House gibt es viele Food Outlets (von Pasta über Pizza zu Sushi-Bar, aber vor allem asiatische Küche). Hier gibt es auch eine Bar im ersten Stock, die man natürlich nur als Volljähriger betreten kann. Im Union House gibts zudem einen Apple Store (heißt hier in Australien Next byte), ein Frisör-Laden und sogar eine Reiseagentur speziell für Studenten.
- Ursprünglich wollte ich dem Soccer-Club beitreten, doch da muss man als Jahresgebühr 300 AUD zahlen (und das ist der reduzierte Preis)! Dazu kommt noch Shorts für 25 AUD, die man extra holen muss und ich müsste noch neue Fußball-Schuhe holen. Ne, dann lieber für 65 AUD zum Table Tennis Club (dort konnte ich übrigens asiatischen Spielern Paroli bieten;)).
- In meinen Subjects haben die Dozenten in der allerersten Session bereits deutlich gemacht: Alle Studenten, die hier sitzen und somit den Auswahlprozess überbestanden haben, sind „bright people“ (helle Köpfe). Diese Aussage packen manche sogar auf die Präsentationsfolie. Und die Dozenten erwarten, dass alle Anwesenden später eine Manager-Position haben werden. So eine Wertschätzung der Studenten habe ich so bisher nicht erlebt in Deutschland.
- Es ist völlig normal, in einer Vorlesung mit Studenten zu sitzen, die schon z.b. 12 Jahre bei Hewlett-Packard gearbeitet haben. Ich habe z.B. eine Arbeitsgruppe, wo fast alle Studenten bereits viele Jahre Berufserfahrung haben.
- Auf dem Campus ist IMMER was los. Sei es ein kostenloses Konzert oder Free BBQ. Über anstehende Events wird man im sogenannten Student Portal informiert. Das ist eine Plattform, die alle Funktionalitäten, die für Studenten wichtig sind und von verschiedenen Systemen kommen, zusammengefasst. Es gibt hier z.B. Email-Account, eine Übersicht der ausgeliehenen Bücher, Link zum LMS (Lernplatform wo die Unterlagen der Subjects auch abgelegt werden), Events und sogar aktuelle Wetterdaten!
- Es gibt Biergärten auf dem Campus;) (aber für mich weniger interessant)
Apropos Events: Vor kurzem gab es den jährlichen Night Market auf dem Union Lawn. Ist sowas wie ein Suzuki Night Market. Einfach die Bilder ma anschauen!

























3 Kommentare
Das Geld, welches die Uni durch die Studiengebühren bekommt, wird also gut angelegt 😉
Kannst du mal etwas zu den Vorlesungen an sich sagen? Sind die interaktiver als bei uns? Bessere Folien? Weniger Workload was die Gruppenarbeit angeht? Kleinere Gruppen? Würde mich mal interessieren…
Viele Grüße
Philipp
P.S: Wusstest du, das Melbourne einen Großteil seines täglichen Wasserbedarfs durch Entsalzung von Meerwasser decken muss?
Und davon haben die net wenig;)
Ja die Vorlesungen sind auf jeden Fall viel interaktiver. Ob die Folien besser sind, sei mal dahin gestellt;) Insgesamt würde ich sagen ist der Workload entweder gleich oder etwas weniger. Und in meinen Gruppen sind so max. 5 Leute. Aber generell 2-3.
Boah, hört sich voll toll an in Australien. Da wird man richtig neideisch und man sieht, wie assi eigentlich Deutschland ist XD.
Du hast bisher immer so schöne Bilder von Down Under. Gibbet auch schlechte Gegenden?